Flaschenaufzucht

Einige von Uns Katzenbesitzern/Züchtern stehen im laufe der Zeit vor einem riesen Problem "die Flaschenaufzucht" . Manche, weil Sie ein kleines Kätzchen gefunden haben oder, weil Sie einen Wurf haben der einfach für die Mutter zu groß ist, um es alleine zu bewältigen. Schnell stellt sich die Frage, welche Flasche ist am Besten und um himmelswillen, was für einen Saugaufsatz ist denn der Richtige? Ich möchte hier einmal versuchen, eine kleine Hilfestellung zu geben, um es auch Anfängern zu erleichtern, in dieser Situation richtig zu reagieren.

 

Ich fange einfach mal mit der wichtigsten Frage an. Welche Flasche/Spritze ist am geeignetsten und was für einen Sauger benötige ich dafür. Hierzu ersteinmal zwei Bilder, damit auch jeder eine ungefähre Vorstellung bekommt, wie so eine Spritze mit Sauger aussieht.

 

sauger Diese Sauger sind für Neugeborene Katzenwelpen bestens geeignet. Sie passen sich sehr gut der Mäulchenform an und haben den riesen Vorteil,das Sie zum einen bereits vorgelocht sind und zum anderen durch abkochen Wiederverwendbar sind. Einsetztbar im Alter von 0-21 Tagen.

 

Diese Einwegspritzen sind immer einzeln und steril verpackt und erhältlich in den Größen 2 ml, 5 ml, 10 ml und 20 ml. Die Saugaufsätze passen da optimal drauf.

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Als nächstest wird sich jeder fragen, welche Aufzuchtsmilch am optimalsten für die Welpen ist. Hierzu habe ich mit entlichen Züchtern gesprochen, die bereits langjährige Erfahrung mit Flaschenaufzucht und zu füttern haben. Das Ergebnis ist eindeutig. Die beiden am häufigsten verwendeten Produkte sind Mamilac und KMR Aufzuchtsmilch. Mamilac ist erhältlich in guten Online-Shops oder beim Tierarzt. KMR-Aufzuchtsmilch wird mittlerweile auch in guten Onlineshops angeboten und ist erhältlich als Pulver oder bereits angerüherte Milch.

 

Hat man nun alles vor Ort, beginnt der schwerste Teil. Hier sollte sich jeder im Klaren sein, das dieses Unterfangen kein zuckerschlecken ist, denn neben der extremen Belastung verliert man hin und wieder den Kampf.

Einem Kitten das Fläschchen geben ist nicht unbedingt immer sehr einfach. Einige der kleinen Fellnasen nehmen auf biegen und brechen die Ersatzmilch nicht an und verhungern. Mehr wie dem Zwerg die Milch anbieten kann der Mensch nicht. Aber unversucht sollte man es nicht lassen und immerwieder sanft den Zwerg überreden doch zu trinken.

Wie stellt man das füttern denn eigentlich an? Gute Frage, auch hier werde ich versuchen so gut es geht, eine Beschreibung zu liefern.

Nehmen Sie die kleine Fellnase auf den Schoß, legen Sie ein Stück Küchenrolle drunter und halten Sie die Milch bereit. Halten Sie das Köpfchen zwischen Daumen und Mittelfinger und stützen Sie mit hilfe des Zeigefingers den Nacken des Würmchens. Drücken Sie einen Tropfen Milch aus der Spritze und reiben diese dann vorsichtig am Mäulchen des Kleinen und schieben Sie die Spitze des Saugers ein kleines Stückchen in das Mäulchen. Im besten Falle reagiert das Kitten mit dem angeborenen Saugreflex und beginnt zu trinken. Drücken Sie bitte nicht wild auf der Spritze rum so das unkontrolliert die Milch ins Mäulchen schießt, denn daran kann sich das Kitten verschlucken und kann unter umständen Milchbestände in die Lunge bekommen. Im schlechtesten Fall, kann das annehmen des Saugers einige Zeit dauern, hier gilt es die Nerven zu behalten und dem Kitten Ruhe und Geborgenheit zu vermitteln. Mein Leitspruch ist immer "in der Ruhe liegt die Kraft ". Ist diese Hürde geschafft, gewönnt sich das Kitten ganz schnell an die Milch und die Flasche und wird mit Begeisterung trinken. Unterstützen können Sie den Milchfluß mit behutsamen Druck auf das andere Ende der Spritze. Aber wie gesagt behutsam. Wenn Sie sich unsicher sind, wieviel Druck Sie ausüben können, nutzen Sie die Möglichkeit des Übens ohne das Sie ein Kitten grade füttern.

Wenn Sie es bis hier hin geschafft haben, Gratuliere ich Ihnen recht herzlich, weil dies war der schwerste Teil. Aber halt, freuen Sie sich nicht zu früh. Ich erwähnte am Anfang die extreme Belastung für den Menschen und darauf möchte ich jetzt gerne zu Sprechen kommen.

So einen kleinen Zwerg wirklich gut aufzupeppeln ist nicht mit 2-4 Fütterungen am Tag abgegessen. Nein, ganz im Gegenteil. Diese Prozedur mit dem Füttern wiederholt sich in einem 2-3 Stunden Rythmus und das Tag und Nacht. Über die Dauer gibt es unterschiedliche Angaben. 3 Wochen sind jedoch das Minimum mit dem Sie rechnen müssen. Was ganz ganz wichtig und unabdingbar ist, ist die Tatsache das nach jedem füttern, das Kitten seinen Stuhlgang macht. Um dieses zu erreichen, nehmen Sie sich bitte ein Stück Küchenrolle oder besser ein weiches Tuch was angefeuchtet ist und reiben sie den After und das Geschlechtsteil bis der gewünschte Harn und Stuhlabgang getätigt wurde. Ab der 3. Woche können Sie dem Kleinen langsam Nassfutter anbieten. Einige fressen sehr schnell alleine, andere wiederum finden die Flasche viel bequemer. Auch hier ist Gedult und Ruhe unabdingbar.

Wenn das nun schon groß gewordene Kitten selbständig frisst, ist die schwerste Zeit überstanden und es wird wieder wesentlich ruhiger zugehen.

 

Ich hoffe ich kann oder konnte Ihnen hier nützliche Tips geben und Ihnen helfen, Ihren kleinen Liebling GROß zu ziehen.

 

 

 

© by Sandy Hässelbarth